No Poo Only Water

No Poo // Water Only: Meine Erfahrungen

Während der Fastenzeit 2018 habe ich auf Shampoo verzichtet – und damit an Ostern nicht aufgehört. Mittlerweile benutze ich seit über einem halben Jahr kein Shampoo mehr und bin super zufrieden!

Bei mir hat alles damit angefangen, als ich im Zuge der Zero Waste-Challenge nach einer Alternative für mein Haarshampoo gesucht hatte, das es nur in Plastikflaschen gibt. Da ich kein großer Fan von Seife bin (sie sieht nach dem ersten Gebrauch wirklich nicht mehr schön aus und auf Reisen ist Seife auch recht unpraktisch) und ich bei diversen DIY-Shampoos relativ skeptisch bin (Natron oder Zitronensaft in die Haare? Nein danke.), kamen diese Alternativen für mich nicht in Frage. Schließlich landete ich bei der “Königsklasse” von No Poo: Haarewaschen nur mit Wasser (Water Only).

In diesem Post geht es um meine eigenen Erfahrungen, die ich mit No Poo / Water Only bisher gemacht habe und wie meine Pflegeroutine aussieht. Ich hoffe, ich kann dich damit inspirieren und dir dabei helfen, die No Poo-Methode einmal auszuprobieren. Mit dieser Methode kann man nicht wirklich etwas falsch machen, deswegen kann ich nur empfehlen, selbst ein wenig zu experimentieren und deine eigene No Poo-Routine zu finden.

No Poo Only Water Hairdresser

Meine Hauptgründe für No Poo / Water Only

  • Müllvermeidung, besonders Plastik
  • Geld sparen
  • weniger Gepäck auf Reisen
  • minimalistischer Lebensstil
  • kein Planen mehr, wann ich meine Haare wasche (das ist bei vielen Frauen eine wichtige Sache 😀 )

Mein Persönlicher Ausgangspunkt vor No Poo / Water Only

  • Haare: sehr fein, glatt, schulterlang, nicht gefärbt
  • Shampoo: veganes Bio-Naturkosmetik-Shampoo
  • Haarwasch-Rhythmus: alle 2-3 Tage, aber stets schnelles Nachfetten
  • Stylingprodukte: keine
  • Pflegeprodukte: ab und zu Haarkur oder Kokosöl-Haarmaske

Start der No Poo / Water Only-Methode

Ich habe den Kaltstart gewagt und von heute auf morgen nichts außer Wasser an meine Haare gelassen. D.h. kein Shampoo oder Trockenshampoo, keine Spülung, keine Haarkur, kein Haarspray, Gel oder Festiger, keine Farbe oder sonst irgendetwas.

Ich will ganz ehrlich sein: die erste Zeit war echt hart. Man muss sich darauf einstellen, ein paar Tage oder Wochen fettige Haare zu haben, bis sich die Kopfhaut schließlich selbst reguliert. Diese Zeit ist natürlich einfacher zu meistern wenn man z.B. im Urlaub, zwischen zwei Jobs oder krankgeschrieben ist. Aber auch wer jeden Tag zur Schule oder Arbeit muss, kann mit No Poo / Water Only starten: man kann den Übergang einfach etwas langsamer angehen und das Haar erst einmal mit z.B. Heilerde statt Shampoo waschen und dann den Haarwäsche-Intervall immer mehr hinauszögern und die Heilerde immer öfter weglassen.

Hat man die erste Phase des Übergangs überstanden, wird es wirklich immer einfacher. Ich habe einen Auslandsaufenthalt, als ich nicht jeden Tag ins Büro musste, für die Umgewöhnung genutzt und einfach eine Mütze oder Kappe aufsetzt, wenn ich aus dem Haus gegangen bin. Bei mir war die komplette Umstellung nach ungefähr zehn Wochen vorbei, als sich meine Haare überhaupt nicht mehr fettig angefühlt haben. Der Übergang dauert wohl bei glattem, schnell fettendem Haar länger als z.B. bei lockigem und generell trockenerem Haar.

  • Kaltstart: von heute auf morgen nichts außer Wasser an meine Haare gelassen
  • allererste Haarwäsche ohne Shampoo war sehr gewöhnungsbedürftig, danach fühlte es sich schon normal an
  • Haarwasch-Rhythmus alle 2-3 Tage habe ich während der Umstellungsphase beibehalten
  • am Anfang hatte ich wachsähnliche Ablagerungen am Haaransatz (sind nach der ersten Woche verschwunden)
  • Helfer in der Not: Mütze/Kappe, Haare zum Dutt zusammenbinden und: gut Bürsten hilft Wunder!

Meine No Poo / Water Only-Haarwaschroutine

  • ich wasche meine Haare wenn sie fettig werden, momentan alle 3-4 Tage
  • vor der Wäsche bürste ich die Haare von allen Seiten gut durch, damit der abgesonderte Hauttalg im Haar verteilt wird
  • Waschvorgang im Prinzip wie vorher, nur ohne Shampoo: Haare unter fließendem Wasser so massieren, als würde man sie mit Shampoo einseifen
  • Waschdauer: 5-10 Minuten
  • am Ende spüle ich mit kaltem Wasser nach
  • Trocknen: ich trockne das Haar mit einem Handtuch ab und lasse die Haare danach an der Luft trocknen oder föhne sie
  • während des Trocknens und danach bürste ich die Haare immer wieder etwas durch
No Poo Only Water Hairbrushes
Meine beiden Bürsten, die ich im Wechsel nutze

Bürsten und Reinigung der Bürste

Das Haarebürsten hat einen viel wichtigeren Stellenwert bei der Haarpflege bekommen: es wurde neben dem Waschen zur einzigen Pflege überhaupt. Der Talg, der natürlicherweise von der Haut (und somit auch von der Kopfhaut) abgesondert wird, pflegt und schützt unser Haar. Indem wir die Haare gut bürsten, entfernen wir den überschüssigen Talg am Haaransatz und verteilen ihn im ganzen Haar.

  • Haarbürste: ich nutze zwei Bürsten im Wechsel; eine alte Rundbürste die ich noch im Schrank hatte und eine Sisalbürste (vegan)
  • Häufigkeit: 1x morgens und 1x abends sehr gründlich (ca. 100 Bürstenstriche); ansonsten ab und zu kurzes Durchbürsten wenn ich mich z.B. frisch mache
  • gründliches Bürsten: vom Ansatz bis in die Spitzen, damit sich der Talg gut im Haar verteilt; ich bürste das Haar in verschiedene Richtungen, d.h. von der Stirn zum Nacken, über Kopf, das Haar in Segmenten geteilt, etc.; das Bürsten dauert bei mir 2-3 Minuten
  • Reinigung: ich spüle die Bürste nach jedem gründlichen Durchbürsten unter Wasser ab und entferne die herausgebürsteten Haare mit einem breitzackigem Kamm; danach lasse ich die Bürste an der Luft trocknen

Ergebnisse / Veränderungen / Tipps

  • wesentlich bessere Kämmbarkeit der Haare, besonders wenn sie nass sind
  • viel weniger Haarausfall (keine Haare mehr im Bett oder Duschabfluss)
  • nach den ersten Wochen keine fliegenden / aufgeladenen Haare mehr
  • Haare fühlen sich kräftiger und dicker an und sehen gesünder aus
  • zum ersten Mal überhaupt habe ich so etwas wie Volumen
  • entgegen Befürchtungen haben meine Haare nicht angefangen zu riechen – sie riechen einfach nach Nichts
  • meine Haare zeigen mir jetzt, ob ich mich gut ernähre: je mehr Ungesundes ich zu mir nehme (bei mir: unveganes, sehr fett- und/oder zuckerhaltiges Essen bzw. Trinken), desto schneller fetten meine Haare nach
  • die No Poo-Methode ist auch abhängig vom Leitungswasser, das in einer Region verfügbar ist: in Genf z.B., wo ich wohne, ist das Wasser relativ kalkhaltig und die Haare sind dadurch generell etwas stumpfer; als ich mir die Haare im Urlaub in Melbourne gewaschen habe, wo das Wasser gechlort ist, war das Haar weicher und glänzender

Mein Radiointerview über No Poo bei DLF Nova:
Deutschlandfunk Nova

Gerne könnt ihr hier eure eigenen No Poo-Erfahrungen in den Kommentaren teilen, oder eure Fragen posten! 🙂

Diesen Post gibt’s auch auf Englisch. //
This post is also available in English.

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