Basil Feature

Kleine Kräuterkunde: Basilikum

Wie oft habe ich Basilikumpflanzen im Biomarkt oder Gartencenter mit dem Vorsatz gekauft, die Pflanze zu hegen und zu pflegen, um immer wieder Basilikumblätter von ihr ernten zu können. Und nie hats geklappt – spätestens nach ein paar Wochen waren alle Blätter geerntet, meine Basilikumpflanze machte schlapp und ich habe mir einen neuen Basilikum gekauft.

Dies ging so lange, bis ich endlich die Ursache des Problems herausgefunden habe: Die gekauften Pflanzen sind nur für die sofortige Verwendung gedacht! Die Basilikumpflanzen befinden sich nämlich in einem viel zu kleinem Topf und sind im Gewächshaus schnell großgezüchtet worden – der Dünger reicht dann gerade bis zur Zeit des Verkaufs. Kein Wunder also, dass die Pflanze so zuhause nicht lange überleben kann!

Wie ihr den gekauften Basilikum dennoch weiter kultivieren, lange von der Pflanze ernten und sie sogar vermehren könnt, erfahrt ihr in diesem Post. Es ist wirklich einfach, Zeit, Geld und Müll durch den Kauf von immer neuen Basilikumpflanzen einsparen zu können. Denn eine einzige Pflanze reicht aus, um mit Hilfe folgender Tricks ohne Ende Basilikumblätter zu ernten.

So klappts:

Standort

  • hell: mindestens halbschattig, besser sonnig (im Haus z.B. Südfenster)
  • geschützt (keine Zugluft und kein direkter Regen) und warm (Temperaturen unter 12 °C vermeiden)
  • zur Eingewöhnung für Topfpflanzen an neuem Standort: erst Halbschatten, nach einigen Tagen sonniges Plätzchen
  • innen: Fensterbank (das ganze Jahr), draußen (in den warmen Monaten): Balkon / Terrasse / Fensterbank oder Beet
  • Basilikum im Freien vor dem ersten Frost (am Besten ab September oder wenn es dauerhaft unter 10 °C sind) ins Haus holen
  • verträgt sich gut mit Petersilie, Schnittlauch, Tomaten und Gurken
  • verträgt sich nicht gut mit Majoran, Thymian, Melisse und Dill

Pflege

  • sehr einfach 🙂
  • Erde sollte stets feucht sein und darf nie völlig austrocknen, daher regelmäßig gießen
  • Basilikum mag nicht von oben über die Blätter gegossen werden; die Pflanze direkt über der Erde gießen
  • Staunässe vermeiden; am besten ein Gefäß mit Löchern im Boden verwenden damit überschüssiges Wasser abfließt
  • ab und zu düngen, ca. alle 4-5 Wochen (mit organischem Dünger, z.B. Kompost oder Kaffeesatz)
  • wenn Basilikum anfängt zu blühen, stirbt er bald darauf ab; daher die Triebspitzen regelmäßig kappen (siehe Ernte); dadurch wird die Pflanze auch immer buschiger und üppiger

separating the basil

Umtopfen

Wie oben erwähnt, sind die gekauften Pflanzen meistens in zu kleinen Töpfen, daher sollten sie direkt umgetopft werden:

1Zeitung unterlegen. :)

2Das gesamte Kraut vorsichtig aus dem Topf nehmen.

3Die einzelnen Pflänzchen behutsam mit den Händen voneinander lösen. Hierbei am besten nach und nach die Erde entfernen. Die Pflanzen und Wurzeln möglichst nicht beschädigen – hier ist etwas Geduld gefragt.

4Die einzelnen Pflanzen mit genügend Abstand (mind. 5 cm) in einen größeren Topf einpflanzen oder einzeln in verschiedene Töpfe, dann kann man mit unterschiedlichen Standorten experimentieren.

5Basilikumpflanzen gut gießen (siehe Pflege).

Probleme und Problembehebung

  • Symptom: kleine, sich ausbreitende, braune Flecken (Pilzinfektion) auf den Blättern, sodass die Blätter vertrocknen und abfallen
    Grund 1: Basilikum zu eng gepflanzt
    Lösung 1: befallene Triebe zurückschneiden; Pflanzen mit größerem Abstand umpflanzen
    Grund 2: Pflanze bekommt zu wenig Licht
    Lösung 2: helleren Standort suchen; befallene Triebe zurückschneiden
    Grund 3: es ist dem Basilikum zu feucht
    Lösung 3: weniger gießen; befallene Triebe zurückschneiden
  • Symptom: gelbe Blätter
    Grund 1: Sonnenbrand
    Lösung 1: Pflanze für einige Tage in den Halbschatten stellen, damit sie sich etwas erholen kann
    Grund 2 (Topfpflanze): Wasserhaushalt nicht in Ordnung
    Lösung 2: Pflanze tunken: Topf in ca. 5 cm hohes Wasser stellen – sobald die Erdoberfläche feucht ist, Basilikumpflanze herausnehmen
  • Symptom: mosaikartige Verfärbungen auf den Blättern (Virusinfektion durch Blattläuse)
    Lösung: infiziertes Basilikum vernichten

Ernte

  • im Haus das ganze Jahr
  • Blätter nicht einzeln von den Stielen zupfen, sondern vorwiegend ganze Stiele ernten (es sei denn man benötigt nur ein paar wenige Blätter)
  • den Schnitt ca. 1 cm über dem untersten Blattpaar ansetzen
  • nach 1-2 Wochen treiben neue Seitentriebe aus; bei den Seitentrieben wieder nur die Spitzen ernten usw.
  • nie mehr als 2/3 der gesamten Pflanze abernten
  • Basilikum möglichst frisch verwenden oder haltbar machen

Vermehrung

Basilikum könnt ihr entweder über das Aussäen von Samen oder über Stecklinge vermehren.

basil scion

Die Vermehrung über Stecklinge ist das ganze Jahr möglich und funktioniert so:

1Steckling auswählen: Spitze einer kräftig und gesund aussehenden Basilikumpflanze, an der sich noch kein Blütenansatz gebildet hat; Steckling sollte ca. 8-15 cm groß sein.

2Steckling gewinnen: mit sauberer und scharfer Schere direkt oberhalb eines Blattpaares abschneiden.

3Untere Blätter des Stecklings entfernen.

4Ableger in kleines Gläschen mit Wasser stellen.

5Halbschattiges, warmes Plätzchen für den Trieb suchen.

6Wasser täglich wechseln.

7Bereits nach ein paar Tagen bilden sich zarte Wurzeln.

8Sobald sich Wurzeln von 4-5 cm Länge gebildet haben (nach ca. 10-14 Tagen), kann der Ableger in Erde gepflanzt werden; hierbei die Pflanze bis zum unteren Blattpaar einpflanzen.

9Nach dem Einpflanzen vertragen sie noch keine direkte Sonneneinstrahlung, daher zunächst an halbschattigen Platz lassen.

Die Vermehrung über Aussaat funktioniert so:

  • im Freien von April bis Juni, innen auf der Fensterbank das ganze Jahr
  • Samen mit Abstand von ca. 5 cm auf lockere Erde streuen und leicht andrücken
  • Saat darf nicht mit Erde bedeckt sein (Lichtkeimer)
  • Samen regelmäßig mit Wasser besprühen und die Erde stets feucht halten; Achtung: nicht zu viel befeuchten, da sonst Gefahr von Fäulnis
  • keimt am Besten bei 20-25 °C
  • Keimzeit: ca. 1-3 Wochen

Samen der Basilikumpflanze ernten:

1Eine der Basilikumpflanzen auswählen, die zum Blühen kommen soll (nach der Blüte wird die Planze eingehen).

2Blütenansätze an den Pflanzenspitzen nicht abschneiden, sondern entwickeln lassen und zur Blüte kommen lassen.

3Warten bis die Blüten verblüht sind, dann die Stängel abpflücken (testen ob die Samen reif sind: eine Knospe leicht schütteln; Reife ist erreicht, wenn winzige schwarze Körnchen herausfallen).

4Blüten und Samen über einer Auffangschale mit den Fingern abstreifen.

5Alles sieben, damit nur die schwarzen Samen übrig bleiben.

6Saatgut an einem dunklen und trockenen Ort aufbewahren.

Basilikum haltbar machen

Basilikum lässt sich Trocknen oder Einfrieren.

Um Aroma und Vitamine möglichst gut zu erhalten, sollte man den Basilikum morgens oder vormittags ernten und Zweige auswählen, die möglichst kurz vor der Blüte stehen.

Bei beiden Methoden werden ganze Zweige geerntet – lediglich ein Blattpaar soll am jeweiligen Zweig stehen gelassen werden.

Basilikum trocknen:

1Basilikumzweige mit Schere abschneiden.

2Braune und beschädigte Blätter entfernen.

3Stiele unter fließendem Wasser abspülen.

4Mit Küchentuch vorsichtig trockentupfen und ein wenig an der Luft trocknen lassen.

5Basilikum an den Stielen zu kleinen Bündeln zusammenbinden, z.B. mit einer Kordel.

6Kopfüber an einem warmen, trockenen und luftigen Ort aufhängen.

7Kraut wird beim Trocknen dunkelgrün.

8Trockendauer: ca. 2-3 Wochen (sie sind fertig getrocknet wenn sie beim Bewegen rascheln und der Stängel sich leicht brechen lässt).

9Blätter einfach mit den Fingern von den Stielen reiben und mit den Händen kleinrebeln / zerbröseln.

10In verschließbarem, trockenen Behälter an dunklem Ort aufbewahren.

Basilikum einfrieren:

1Basilikumzweige mit Schere abschneiden.

2Braune und beschädigte Blätter entfernen.

3Stiele unter fließendem Wasser abspülen.

4Blätter einzeln von den Stielen abzupfen.

5Optional: blanchieren (erhält das Aroma und soll verhindern, dass die Blätter beim Auftauen matschig werden):

  • Schüssel mit kaltem Wasser und einigen Eiswürfeln vorbereiten
  • in einem Topf Wasser zum Kochen bringen
  • Blätter für 5-10 Sekunden mit Hilfe eines Siebes oder Schaumlöffels in kochendes Wasser tauchen und danach direkt im Eiswasser abschrecken

6(Ausgekühlte) Blätter mit Küchentuch vorsichtig trockentupfen und 10-15 Minuten an der Luft trocknen lassen.

7Blätter auf einer Platte ausbreiten und zum Schockfrosten für 1-1,5 h in das Gefrierfach geben.

8Die komplett durchgefrorenen Blätter locker in ein Gefriergefäß füllen, verschließen und im Gefrierfach aufbewahren.

Haltbarkeit: 6-12 Monate

Verwerten: die Blätter lassen sich im gefrorenen Zustand gut zerbröseln und können so ohne großen Aufwand direkt zum Kochen verwendet werden.

 

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